Autor: RADIO BOB!
Veröffentlicht: Artikel: Mai 2026
Im RADIO BOB!-Podcast „True Crime Tracklist – Verbrechen in der Rockmusik“ geht es in der Folge „Ronnie James Dio und der Mafia-Boss“ um einen Namen, der im Heavy Metal unsterblich wurde – und vorher zur New Yorker Unterwelt gehörte. Ronald James Padavona wurde zu Ronnie James Dio, doch der Namensvetter "Johnny Dio" war kein Mythos, sondern ein gewalttätiger Mafioso mit Einfluss auf Gewerkschaften.
Hört die komplette Podcastfolge am Ende des Artikel, HIER oder in der myBOB-App, wenn wenn Ihr wissen wollt, wie Rockgeschichte und Cosa Nostra plötzlich denselben Namen tragen. Hier gibt es das Begleitmaterial zur Episode.
Ronnie James Dio: Ein Name mit schwerem Echo
Ronald James Padavona sucht Ende der 1950er-Jahre einen Künstlernamen, der kürzer, härter und einprägsamer klingt. Er hört von Johnny Dio, einem Gangster, dessen Name durch amerikanische Zeitungen geht – und macht daraus Ronnie Dio, später Ronnie James Dio. Exakt dieser Name wird dann bald unzertrennlich mit Rainbow, Black Sabbath und DIO verbunden. Besonders mit Black Sabbath wird Ronnie zur Metal-Ikone, als er nach Ozzys Ausstieg mit „Heaven and Hell“ ein gewaltiges Comeback mitprägt. Doch der Name, der auf Bühnen nach Größe klingt, hat eine zweite Spur: in die New Yorker Mafia.
Johnny Dio, die Cosa Nostra, die Lucchese-Familie und die Gewerkschaften
Johnny Dio heißt eigentlich Giovanni Ignazio Dioguardi und landet früh im Umfeld der New Yorker Cosa Nostra. Über seinen Onkel James „Jimmy Doyle“ Plumeri führen die Wege zu mächtigen Figuren der Unterwelt; später gehört Dio zur Lucchese-Familie. Sein Schwerpunkt sind Gewerkschaften, vor allem im Textil- und Transportumfeld.
In der Folge von True Crime Tracklist erfahrt Ihr von Johnny Dios Wirken in der Unterwelt, den sogenannte „Paper Locals“, also Phantom-Gewerkschaften mit denen Druck aufgebaut, Geld erpresst und Einfluss organisiert werden konnte. Dazu kommt seine Verbindung zu Jimmy Hoffa und den Teamsters – und ein brutaler Angriff auf den Journalisten Victor Riesel.
Uncle Johnny: Als Ronnies Künstlername riskant wurde
Als Ronnie mit seinen frühen Bands Ende der 1960er durch kleine Clubs, College-Partys und Veranstaltungen im Nordosten der USA zieht, glauben manche, er sei mit Johnny Dio verwandt. Ronnie lässt das Gerücht stehen, nennt den Mann, den er nie getroffen hat, sogar „Uncle Johnny“. Das bringt ihm Respekt – aber auch ein Problem: Plötzlich sollen Leute aus Johnny Dios Umfeld tatsächlich Kontakt aufnehmen. Aus einem cool klingenden Künstlernamen wird eine Nummer, die Ronnie Angst macht. Später richtet der Mafioso dem Rockmusiker sogar Grüße aus.
DIO, Black Sabbath, Rainbow: Ronnie James Dios musikalisches Wirken
"Holy Diver" von DIO
"Rainbow In the Dark" von DIO
Ronnie James Dio mit Black Sabbath
"The Temple Of The King" von Ritchie Blackmore's Rainbow