JUBILÄUM

Fakten über das "Black Album", die Ihr nicht kanntet!

Dieses Album ist nicht nur ein absoluter Klassiker unter den Metallica-Fans, sondern markierte auch einen bedeutenden Wendepunkt in der musikalischen Entwicklung der Band und stellt ein Meilenstein in der Geschichte des Thrash Metals dar: "Metallica"! Das Album, das aufgrund des schlichten, fast komplett schwarzen Covers auch oft “Black Album” genannt wird, war allerdings auch genau so umstritten wie erfolgreich: Statt der langen und progressiven Songs von den Vorgängeralben gab es nun eingängige und kommerziellere Songs, die ihre Fanbase gespalten haben. 

Das fünfte Studioalbum der Band aus San Francisco erschien im August 1991 und war in vielerlei Hinsicht etwas Neues: Zum ersten Mal war Bob Rock als Produzent tätig, zum ersten Mal kamen Streicher auf einem ihrer Songs zum Einsatz und zum ersten Mal standen Metallica (und das gleich in zehn Ländern!) an der Spitze der Charts. Spannende Fakten rund um das Album, die Bandmitglieder und die Hintergründe der Produktion findet ihr hier. 

Metallica_BlackAlbum:Artikel
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Harte Fakten

Veröffentlichung: 12. August 1991 

Genre: Thrash Metal 
 

Besetzung: 

Rhythmusgitarre & Gesang: James Hetfield 

Leadgitarre: Kirk Hammett 

Bass: Jason Newsted 

Drums: Lars Ulrich 

  • Schon in den Vorbereitungen stand das Album unter einem besonderen Stern. Gleich drei der vier Mitglieder (Kirk Hammett, Lars Ulrich und Jason Newsted) haben während der Aufnahmen eine Scheidung durchgemacht. Hammett sagte dazu in einem Interview mit dem Playboy: “Ich war ein emotionales Wrack. Ich habe versucht, diese Gefühle von Schuld und Versagen zu nehmen und in Musik umzuwandeln, um etwas positives daraus zu ziehen. Jason und Lars haben das genauso gemacht und ich denke das hat viel damit zu tun, dass das schwarze Album so klingt wie es klingt.” 

  • Während die Band bei ihren ersten vier Album das Zepter größtenteils selbst in der Hand hatten und Lars Ulrich und James Hetfield selbst entschieden haben, wie ein Song zu klingen hatte, mischte beim schwarzen Album erstmals der Produzent tatkräftig mit. Schon beim Kennenlernen machte Bob Rock ihnen klar, dass er eine klare Vision für die Band und das Album hatte und was sie seiner Meinung nach besser machen konnten. Was die selbstbewussten Jungs aus San Francisco erst abschreckte, stellte sich aber später als absolute Erfolgskombination heraus.  

Bei einem wichtigen Punkt hatte Lars Ulrich aber weiterhin die Oberhand. Er hatte schon bei den Demoaufnahmen das Potenzial von “Enter Sandman” gesehen und während Bob Rock und der Rest der Band “Holier Than Thou” als Opener und erste Single sahen, war er davon überzeugt, dass “Enter Sandman” die bessere Wahl sein würde. Letztendlich konnte er sich durchsetzen und das war im Nachhinein auch sicherlich keine schlechte Entscheidung. 

  • Das simple und schlichte Plattencover war die Idee von Drummer Lars Ulrich, um sich von den übrigen Metalalben der Zeit abzuheben: Als er im Studio durch ein Metal-Magazin blätterte, fiel ihm auf, dass sich dort viele sehr ähnlich sahen. Deshalb wollte er für Metallica etwas anderes, das sich von den sonst von Stahl, Blut und Eingeweiden dominierten Plattencovern abgrenzt. Das Ergebnis war ein fast komplett schwarzes Cover, mit dem Metallica ein klares Statement setzten. James Hetfield sah es aber auch als Vorteil, dass man sich als Fan voll und ganz auf die Musik konzentrieren konnte und nicht von einem aufwändigen Cover ablenken lässt. 

  • Lars Ulrich spielte die Schlagzeugspuren der Songs teilweise 30-40 mal ein, damit Produzent Bob Rock genügend Material hatte, um die “magischen” Takes der jeweiligen Songabschnitte auszusuchen und zu einer perfekten Spur zusammenzufügen. 

  • Bei dem legendären Riff zu “Enter Sandman” wurde Kirk Hammett von Soundgardens “Louder Than Love” inspiriert: Er wollte ein genau so großes, heavy Riff schreiben wie es die Kollegen von Soundgarden geschafft hatten. Als er nachts um 3 Uhr die Idee für das Riff hatte, nahm er es auf Tape auf und legte es erstmal beiseite, weil er noch nicht wirklich davon überzeugt war. Erst sein Bandkollege Lars Ulrich erkannte das Potenzial und konnte ihn davon überzeugen, das Riff für ihr kommendes Album zu verwenden. 

  • “Enter Sandman” war der erste Song, an dem Metallica im Studio gearbeitet haben, aber gleichzeitig der Song, für den als letztes die Lyrics feststanden. 

Metallica: Sad But True (Official Music Video)
Metallica: Sad But True (Official Music Video)

Der zweite Song der Platte, “Sad But True”, klingt vor allem aufgrund der tiefer gestimmten Gitarren so mächtig und hart. Ursprünglich war der Song aber im Standard-Tuning angedacht. Als Produzent Bob Rock aber während der Vorproduktion merkte, dass alle zu dem Zeitpunkt feststehenden Songs in E-Moll geschrieben waren, schlug er vor, den Song einen Ganzton tiefer zu spielen. Das hatten auch Mötley Crüe auf ihrem Album “Dr Feelgood” gemacht, das ebenfalls von Rock produziert wurde und von dem Metallica große Fans waren. Dadurch wurde das “Sad But True”-Riff nochmal deutlich mächtiger und größer und James Hetfield kündigt den Song heute nicht umsonst immer mit “Do you want heavy? Metallica gives you heavy, baby!” an.

  • Für das Intro von “The Unforgiven” hat sich James Hetfield vom Soundtrack eines Westernfilms inspirieren lassen, spielt die Melodie aber rückwärts, um zu verhindern, dass das Original erkannt werden kann. Den Film verrät die Band natürlich nicht, aber es handelt sich wohl um “For A Few Dollars More” von Clint Eastwood. 

  • Während Metallica zuvor oft versucht hatten, melodiöse Strophen und harte Refrains zu schreiben, wagten sie auf dem schwarzen Album den Versuch, diesen Aufbau umzukehren. Insbesondere bei “The Unforgiven” kommt diese Herangehensweise gut zur Geltung, wo der Refrain nur von der Akustikgitarre begleitet wird und die Strophen dann durch die E-Gitarren besonders kraftvoll klingen. 

  • Am Anfang von “Wherever I May Roam” spielt Kirk Hammett eine elektrische Sitar, die den orientalischen Sound im Intro erzeugt. Bei der Aufführung des Songs mit dem San Francisco Symphony Orchestra 2019 spielte er den Part erst zum zweiten Mal überhaupt live (sonst kommt das Intro in der Regel vom Band) und war dementsprechend aufgeregt und hatte zittrige Hände. Obwohl er bei den Proben häufig Probleme mit dieser Stelle hatte, ging bei der Aufführung dann aber alles glatt: Wie er selbst sagt, ist es ihm dort erst zum zweiten Mal von etwa 75 Versuchen gelungen, den Part fehlerfrei zu spielen. 

  • Besonders leicht sind Kirk Hammett dafür die Soli bei den Aufnahmen zu “Metallica” gefallen. In der “Classic Albums”-Dokumentation zur selbstbetitelten Platte sagt er, dass quasi jeder Song nach einer gewissen Art Gitarrensolo geschrien hat und es für ihn dementsprechend einfach war, sie zu schreiben. Trotzdem wurde er von Bob Rock und Lars Ulrich noch ziemlich getriezt und gepusht, um für die jeweiligen Takes wirklich das Beste aus sich herauszuholen. 

Metallica: Nothing Else Matters (Official Music Video)
Metallica: Nothing Else Matters (Official Music Video)

Die Demoaufnahmen für die Streicherstimmen bei “Nothing Else Matters” hatte James Hetfield mit einem E-Bow (ein Gerät, mit dem man durch ein Magnetfeld einen ähnlichen Sound wie mit dem Bogen bei Streichinstrumenten erzeugen kann) eingespielt. Später kam dann Dirigent Michael Kamen ins Studio, der die Stimmen arrangierte und dirigierte. Im Anschluss war er von der Zusammenarbeit so überzeugt, dass er unbedingt nochmal im Größeren Stil mit Metallica zusammenarbeiten wollte. So entstand rund 8 Jahre später das Projekt S&M - Symphony & Metallica. 

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