Jubiläum

Fakten über Fury in the Slaughterhouse

Vor sage und schreibe 35 Jahren gründete sich in Hannover eine Band, deren Name übersetzt „Raserei im Schlachthaus“ bedeutet. Ganz so blutrünstig oder brutal geht es in ihrer Musik zum Glück nicht zu. Stattdessen spielt die Band rund um die Gebrüder Wingenfelder feinsten Rock und gehört zu einer der bekanntesten Formationen Deutschlands. Um das Jubiläum zu feiern gibt es hier einige interessante Geschichten aus über drei Jahrzehnten Bandalltag.
Wer noch mehr von Sänger Kai Wingenfelder, Gitarrist Christof Stein-Schneider und den anderen erfahren will, dem sei wärmstens unser „Radio Orchid“-Podcast ans Herz gelegt, bei dem Kai und Christof mit unserem Moderator André Dostal die Geschichte von Fury in the Slaughterhouse noch viel ausführlicher beleuchten.

  • In der Anfangszeit wohnten Christof Stein-Schneider und Kai Wingenfelder gemeinsam in einer WG über einer Autowerkstatt. Leider war die Wohnung nicht im besten Zustand, sodass man ab sieben Uhr morgens den Meister der Werkstatt brüllen hörte. Durch die schlechte Dämmung wurde es im Winter so kalt, dass die Fenster mit Matratzen zugestellt werden mussten und teilweise mit dem Backofen geheizt wurde.
     
  • Die erste Gage der Band waren 400 Mark und die wurden in der gemeinsamen WG gebunkert. Als nur noch Thorsten Wingenfelders Freundin in der Wohnung war, sollte sie darauf aufpassen, hatte aber Hunger! Natürlich hatte sie keinen eigenen Schlüssel und ließ deswegen die Tür offen, während sie kurz Essen holen war. Als sie wieder ankam war aber alles weg! Um die erste Demoaufnahme zu finanzieren, mussten Fury in the Slaughterhouse also nochmal spielen.
FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE - "Time To Wonder" - (2020) [Offizielles Video]
FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE - "Time To Wonder" - (2020) [Offizielles Video]
  • Die erste Maxi, unter anderem mit ihrem Hit „Time To Wonder“, wurde in dem Tonstudio aufgenommen, in dem auch die bekannte Pornodarstellerin Teresa Orlowski (u.a. auch bekannt aus dem Musikvideo zu dem Ärzte-Song „Bitte, Bitte“) ihre Filme nachvertonte. Kai Wingenfelder hat auch mal einen Clip vertont, um etwas Geld in die damals sehr klamme Kasse zu bekommen.
     
  • Um die Geschichte des Namens ranken sich einige Legenden. Eine davon ist zum Beispiel, dass sich die Band im Schlachthaus getroffen und beim Pferdeschlachten fröhlich zusammen gesungen habe. Die Wahrheit ist aber wie so oft eine andere: Die Band brauchte Plakate und Kai Wingenfelder wurde nachts um halb drei deswegen noch angerufen. Leider war er den Abend unterwegs gewesen und deswegen echt betrunken. Kurzerhand dachte er sich drei Namen aus, davon solle einer ausgewählt werden und legte wieder auf. Da die anderen Namen weder englisch noch besonders attraktiv waren, machte Fury in the Slaughterhouse das Rennen.
     
  • In der Band-WG wohnte auch der „Schwarze Blitz“, der Kater von Bassist Hannes Schäfer. Dieser zeichnete sich dadurch aus, dass er doch recht menschenscheu war und immer, wenn jemand die Wohnung betrat weghuschte (daher der Spitzname). Eine weitere Charaktereigenschaft war, dass er es immer bestrafte, wenn sein Katzenklo nicht sauber war. Als Reaktion pisste er nämlich in offene Gitarrenkoffer, Körbe mit frisch gewaschener Wäsche und andere nicht dafür bestimmte Stellen.
     
  • Der Titel des dritten Albums „Hooka Hey“ ist der Ausruf des Navajo-Stammes, dem zweitgrößten indianischen Volk der USA, wenn sie in den Kampf losgeritten sind. Es bedeutet so viel wie „heute ist ein guter Tag zum Sterben“.
     
FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE - "Wont Forget These Days" (Offizielles Video)
FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE - "Wont Forget These Days" (Offizielles Video)
  • Die Band arbeitet schon früh in ihrer Karriere mit dem berühmten Musik-Fotografen Jim Rakete zusammen. Mit ihnen drehte Rakete auch sein allererstes Musikvideo, nämlich zu „Won’t forget“.
     
  • Rakete schoss ebenfalls das Bild für das Cover von „Mono“. Die abgebildete Person mit dem breiten Mund und der etwas zerdrückten Kippe ist übrigens der an dem Morgen der Aufnahme ziemlich verkaterte Gitarrist Christof Stein-Schneider. Unter anderem dieses halbe Portrait half nach eigenen Aussagen später einen Deal mit der Tabak-Marke Schwarzer Krauser einzutüten. 
  • Christof Stein-Schneiders Lieblingsschnaps ist Fernet-Branca und er überzeugte auch gerne andere davon mit ihm einen Kurzen zu heben. Leider vertrugen die Fernet-Unerfahrenen das nicht ganz so gut, sodass er später meist alleine trinken musste.
     
  • „Mono“ enthält auch einen ihrer größten Hits: „Radio Orchid“. Sie waren damit in ganz Deutschland erfolgreich, interessanterweise mit zwei unterschiedlichen Versionen. Während im Norden das Original bekannt war, zündete in den Clubs im Süden Deutschlands der Remix von dem damals sehr unbekannten DJ Mousse T!
FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE - "Radio Orchid" (Offizielles Video)
FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE - "Radio Orchid" (Offizielles Video)
  • Im Musikvideo zu „Radio Orchid“ ist auch eine Lampe von Stein-Schneiders Oma zu sehen. Diese Nachttisch-Lampe begleitete die Band schon seit Jahren, half als Beleuchtung im Studio und man beschloss sie mit zu den Dreharbeiten in Amerika zu nehmen, um ihr in dem Video ein kleines Denkmal zu setzen und ein Stück Heimat dabei zu haben. .
     
  • Die Bilder und der Name des fünften Albums „The Hearing And The Sense Of Balance“ stammen von einem alten Schul-Wissensplakat über das menschliche Ohr und den Gleichgewichtssinn. Keyboarder Gero Drnek hatte es vor den Aufnahmen auf einem Sperrmüllhaufen gefunden und es einfach im Studio aufgehängt.
     
  • Nach der Trennung von Fury in the Slaughterthouse studierte Bassist Hannes Schäfer Medizin und ist heutzutage Frauenarzt in Hannover.  Auch wenn sein Numerus Clausus nicht ganz so hoch war, konnte er durch seine Zeit bei den Furys und den entsprechenden Wartesemestern direkt einsteigen und studierte auch schnell fertig.
     
  • Die teuerste Produktion von Fury in the Slaughterhouse ist die zum 2000er Album „Home Inside“. Alleine die Aufnahmen fanden an vielen verschiedenen Orten statt: Jamaica, Brüssel, Hamburg, Köln und Hannover und man verschliss ganze drei Produzenten, erst der vierte hat die Platte fertigbekommen.
30 (it´s Not Easy)
30 (it´s Not Easy)
  • Nach der Trennung veröffentlichten die Furys im Jahr 2017 mit „30 (It’s not easy)“ ein neues Lied. Sie wurden damals eingeladen ein einmaliges Konzert zum 30-jährigen Jubiläum in der Arena in Hannover zu spielen. Die 12.000 Karten waren nach der Ankündigung innerhalb von sechs Stunden ausverkauft, sodass die Option für einen zweiten Abend gezogen wurde. Auch die Tickets für den zweiten und schließlich einen dritten Abend waren nach kurzer Zeit vergriffen.
     
  • In der Folge rauften sie sich zusammen und begannen für ihre Fans wieder quer durch Deutschland zu touren. Die endgültige Reunion kam schließlich mit dem neusten Album „Now“ (2021).
Depeche Mode mit It's No Good

Fury in the Slaughterhouse

Fury in the Slaughterhouse

Hier geht es zur passenden Playlist für Fury in the Slaughterhouse-Fans!


Es läuft:
Depeche Mode mit It's No Good