Eine große Rockballade, die viel düsterer ist, als sie klingt: Many Of Horror von Biffy Clyro verbindet gewaltige Melodie mit einer Geschichte über Schmerz, Nähe und emotionale Abhängigkeit.
Hardfacts
Songtitel: Many Of Horror (When We Collide)
Band: Biffy Clyro
Album: Only Revolutions
Songwriter: Simon Neil
Produzent: Garth Richardson
Album-VÖ: 9. November 2009
Single-VÖ: 18. Januar 2010
Autor: RADIO BOB! mit Nutzung von KI
Artikel-Veröffentlichung: Juni 2026
Zuletzt aktualisiert: Juni 2026
Worum geht es in „Many Of Horror“ wirklich?
Many Of Horror ist einer dieser Songs, die beim ersten Hören wärmer und tröstlicher wirken, als sie eigentlich sind. Die Melodie ist groß, melancholisch und sofort eingängig, aber der Text zieht das Stück in eine ganz andere Richtung. Im Kern geht es nicht um eine heile Liebesgeschichte, sondern um eine Beziehung, in der Nähe und Verletzung fast untrennbar zusammengehören.
Genau darin liegt die Stärke des Songs. Biffy Clyro schreiben hier keine klassische Rockballade über Sehnsucht oder Romantik, sondern über eine Bindung, die gleichzeitig Halt und Schaden bedeutet. Das macht Many Of Horror so wirkungsvoll: Der Song klingt offen und schön, beschreibt aber eine Dynamik, die deutlich dunkler ist.
In welcher Situation ist der Song entstanden – und wie persönlich ist er?
Der Song entstand in der Phase von Only Revolutions, dem fünften Studioalbum von Biffy Clyro. Dieses Album markierte einen entscheidenden Moment in der Entwicklung der Band: Der raue, kantige Kern blieb erhalten, gleichzeitig wurde der Sound größer, hymnischer und melodischer. Many Of Horror sitzt genau an diesem Punkt und wirkt deshalb wie die perfekte Verbindung aus Verletzlichkeit und Wucht.
Vieles an dem Song klingt außerdem so direkt und emotional, dass er kaum wie eine rein abstrakte Beobachtung wirkt. Die Sprache ist schlicht, aber intensiv, und gerade deshalb entsteht der Eindruck, dass hier etwas sehr Persönliches verarbeitet wird. Auch wenn sich nicht jede biografische Lesart bis ins Detail sauber festnageln lässt, fühlt sich Many Of Horror wie ein Song an, der aus echter innerer Reibung heraus geschrieben wurde.
Wer schrieb den Song, auf welchem Album erschien er und warum klingt er so besonders?
Als Songwriter wird Simon Neil geführt, und genau sein Stil trägt das Stück. Die Wirkung entsteht nicht durch komplizierte Bilder, sondern durch direkte, verletzliche Formulierungen. Das passt perfekt zu einem Song, der große Gefühle nicht ausstellt, sondern sie so formuliert, dass sie umso härter treffen.
Erschienen ist Many Of Horror (When We Collide) auf Only Revolutions, wo der Song als Track 8 gelistet ist. Produziert wurde das Album von Garth “GGGarth” Richardson, aufgenommen wurde es bei Ocean Way Recording. Genau diese Umgebung hört man dem Stück an: Es verbindet den rohen Bandsound mit einer größeren, fast filmischen Weite. Die Streicher und das Arrangement machen den Song episch, ohne ihn weichzuspülen. Statt Kitsch entsteht Größe mit Druck.
Welche Lyrics werden häufig missverstanden – und was bedeuten die wichtigsten Zeilen?
Das größte Missverständnis rund um Many Of Horror betrifft weniger einzelne Wörter als die Wirkung des ganzen Songs. Viele hören zuerst die Melodie und halten das Stück deshalb für eine klassische, traurige Liebesballade. Doch schon wenige Zeilen zeigen, dass es hier um etwas anderes geht: „When we collide we come together“, „I’ll take a bruise, I know you’re worth it“ und „When you hit me, hit me hard“.
Gerade „When we collide we come together“ ist dabei der Schlüssel. Nähe entsteht hier nicht durch Ruhe, Vertrauen oder Harmonie, sondern erst im Aufprall. Das Bild ist stark, weil es eine Beziehung beschreibt, die von Intensität lebt, aber gerade dadurch gefährlich wird. Auch die anderen Zeilen sprechen nicht die Sprache einer sanften Ballade, sondern die einer Bindung, in der Schmerz längst Teil des emotionalen Gefüges geworden ist. Genau deshalb wirkt der Song beim genauen Hinhören viel härter, als seine Melodie zunächst vermuten lässt.
Warum wurde der Song so erfolgreich – und was passierte mit „When We Collide“?
Ein Grund für den Erfolg liegt in dieser seltenen Mischung aus Zugänglichkeit und Abgrund. Many Of Horror hat eine Melodie, die sofort hängen bleibt, aber zugleich genug emotionale Schwere, um nicht beliebig zu wirken. Der Song ist groß genug für die Arena und persönlich genug, um direkt zu treffen. Genau diese Balance machte ihn zu einem der wichtigsten Stücke auf Only Revolutions.
Einen zusätzlichen Schub bekam der Song, als Matt Cardle nach seinem Sieg bei The X Factor eine Coverversion unter dem Titel When We Collide veröffentlichte. Laut Official Charts verkaufte sich diese Version in der ersten Woche 439.000 Mal, wurde Christmas Number One und blieb drei Wochen auf Platz 1. Damit erreichte der Song plötzlich ein riesiges Pop-Publikum, das mit Biffy Clyro vorher oft nichts zu tun hatte. Auch das Original profitierte davon, allerdings mit einer oft verkürzt erzählten Chartgeschichte. Laut Official Charts erreichte Many Of Horror zunächst Platz 20 in den UK-Singlecharts und kam später durch den erneuten Schub auf seinen offiziellen Peak Platz 8. Das Original war also nicht nur Kult bei Fans, sondern wurde durch diesen Umweg endgültig zum breiten Erfolg.
Noch mehr zum Song erfahrt Ihr hier in der passenden Podcastfolge:
Im Podcast "Die größten Rocksongs - Storys zu den Hymnen" nehmen wir Songs genau unter die Lupe - damit werdet Ihr zum absoluten Rockexperten.
Mini FAQ zu „Call me" von Blondie
Worum geht es in Many Of Horror?
Um eine intensive Beziehung, in der Liebe, Schmerz und emotionale Abhängigkeit eng zusammenliegen.
Wer schrieb den Song?
Songwriter ist Simon Neil.
Auf welchem Album erschien Many Of Horror?
Auf Only Revolutions von 2009.
Warum kennen viele den Song auch als When We Collide?
Weil Matt Cardle 2010 eine Coverversion unter diesem Titel veröffentlichte, die in Großbritannien ein Nummer-1-Hit wurde.
Wie erfolgreich war das Original?
Das Original erreichte laut Official Charts zunächst Platz 20 und später seinen Peak auf Platz 8.
Quellen & Einordnung:
- Official Charts: Biffy Clyro – MANY OF HORROR
- Official Charts: Matt Cardle – WHEN WE COLLIDE
- Official Charts: Biffy Clyro artist history
- setlist.fm – Many of Horror song statistics