LISTE

20 Rock-Kollaborationen

The Beatles und Eric Clapton mit “While My Guitar Gently Weeps”

Auf der legendären selbstbetitelten Platte - auch "White Album" genannt - haben sich die Beatles niemanden geringeres als Eric Clapton ins Boot geholt, der zu dem Klassiker “While My Guitar Gently Weeps” seinen Teil beitrug. Beatles-Gitarrist George Harrison und Clapton waren befreundet, weshalb er ihn kurzerhand in die Abbey Road Studios einlud. Dafür musste Harrison aber ganz schön Überzeugungsarbeit leisten, denn Clapton hatte Sorge, dass die anderen Beatles ihn nicht da haben wollten, doch dem war nicht so.
Sein Beitrag zum Gitarrensolo ist allerdings nicht in den Credits erwähnt, weshalb man auf den ersten Blick nicht erkennen kann, wer auf dem Track die Saiten zum Schwingen bringt. 

Cream und George Harrison mit “Badge”

Ein Jahr später wurde der Spieß umgedreht: Eric Clapton und die Band Cream luden diesmal George Harrison für den Song “Badge” ein. Die Lyrics zum Song bestehen zu einem großen Teil aus betrunkenen Unterhaltungen zwischen Clapton und Harrison und ergeben daher keinen näheren Sinn. Auch der Songtitel hat einen witzigen Hintergrund: Eric Clapton verlas sich, als er Harrisons Notizen zu dem Song sah und dachte, der Titel laute "Badge", obwohl dort "Bridge" geschrieben stand.  "Badge" war eine der letzten drei Studioaufnahmen von Cream, der Rest ihres Studioalbums wurde mit Live-Aufnahmen gefüllt. 

Led Zeppelin und Sandy Denny mit “Battle of Evermore”

Dass Led Zeppelin mit einem Gastmusiker arbeiten ist eine absolute Ausnahme - deshalb war das auch nur einmal der Fall: Auf ihrem vierten Studioalbum “Led Zeppelin IV” haben sich Led Zeppelin Sandy Denny eingeladen, um Robert Plants Stimme zu begleiten. Denny war eine Freundin von Plant und hatte zuvor in der britischen Folkgruppe Fairport Convention gesungen. Auch mit Blick auf die Instrumente stellt der Song eine Premiere dar: Jimmy Page hat sich hier zum ersten mal an einer Mandoline versucht, die er sich übrigens von Bassist John Paul Jones ausgeliehen hat.

Alice Cooper und Donovan mit “Billion Dollar Babies”

Dieser Titeltrack zu einer von Alice Coopers erfolgreichsten Platten ist ein bizarres Liebeslied, das von einer Sexpuppe handelt. Mit seiner imitierten Falsett-Stimme trägt auch der Folk-Rocker Donovan zur schaurig-romantischen Stimmung bei. Zur Zusammenarbeit kam es, weil Donovan zu der Zeit zufällig im gleichen Studio wie Cooper arbeitete. Nach eigener Aussage hat Donovan dann erstmal lange gar nicht mehr über den Song nachgedacht und irgendwann erst erfahren, dass der Song ein Nr. 1 Hit geworden ist.

Pink Floyd und Roy Harper mit “Have A Cigar”

“Have a Cigar” stellt neben “The Great Gig in the Sky” eine absolute Ausnahme für Pink Floyd dar. Warum? Weil es in den insgesamt 15 Alben nur bei diesen zwei Songs einen Lead-Gastsänger bzw. eine Gastsängerin gibt. Nachdem sowohl Waters, als auch Gilmour beim Versuch den Song zu besingen scheiterten, überließen sie es dem Folkmusiker Roy Harper, der zufällig auch gerade in den Abbey Road Studios seine Platte aufnahm. Die beiden Front-Streithähne sind sich übrigens heute noch uneinig: Waters kann die Version von Harper nicht leiden, Gilmour hingegen findet sie perfekt. Erschienen ist diese Kollaboration auf dem Album “Wish You Were Here” im Jahr 1975 - im Gegenzug bekam Harper ein paar Gitarrenparts von Gilmour eingespielt.

Patti Smith und Bruce Springsteen mit “Because The Night”

Während der Aufnahmen zum Album “Darkness on the Edge of Town” hatte Bruce Springsteen über vier Monate Probleme damit, einen Text und eine richtige Gesangsmelodie für einen seiner Songs zu finden. Zur gleichen Zeit nahm sein Produzent mit Patti Smith auch ihr neues Album “Easter” auf. Patti fehlte noch ein Hit und Bruce kam mit seinem Song nicht weiter - also verband der Produzent die zwei Probleme. Patti schrieb den Song fertig und Bruce verließ ihn ihr dafür. “Because the Night" erschien 1987 und wurde schließlich Pattis erster großer Hit.

Queen und David Bowie mit “Under Pressure”

Diese legendäre Kollaboration zwischen David Bowie und Queen war so nicht geplant: Bowie kam eigentlich zu Queen ins Studio in Montreaux, um die Backing Vocals zu dem Queen-Song “Cool Cat” aufzunehmen. Doch das Ergebnis gefiel ihm leider gar nicht. Statt die Zusammenarbeit zu beenden oder den Song zwanghaft zu verändern, kamen sie nach einer Jam-Session, aufbauend auf der bereits bestehenden Bassline von John Deacon, mit einem neuen Song um die Ecke: “Under Pressure”. 
Seither spielten Queen den Song auf jedem einzelnen Konzert, während Bowie ihn erstmalig 1992 auf dem Freddie Mercury Tribute-Konzert vor Publikum performte.  

David Bowie und Mick Jagger mit “Dancing in the Street”

Ein weiteres legendäres Feature hat David Bowie mit dem Rolling Stones-Frontmann Mick Jagger aufgenommen. Für das bevorstehende Live Aid Festival 1985 knöpften sie sich den Motown-Klassiker vor, mit dem Martha & the Vandellas schon 1964 einen Hit landeten. Nach nur zwei Takes war der Song im Kasten. Direkt im Anschluss ging es für die beiden dann zu den Dockland Filmstudios, um das berühmt-berüchtigte Musikvideo zu drehen, das mit kitschigen Tanz-Szenen für Gesprächsstoff sorgte.
Obwohl es genau für diesen Anlass aufgenommen wurde, performten die beiden Musiker ihn nicht beim Live Aid. Stattdessen wurde das Musikvideo zwei mal abgespielt.

Dire Straits und Sting mit “Money for Nothing”

“Money For Nothing” ist mal wieder ein Beweis dafür, dass ein frischer Wind in der Band für große Hits und Erfolge sorgen kann, denn: Bis heute gilt diese Kollaboration zwischen den Dire Straits und Sting als der erfolgreichste Song der Band. Nach seiner Veröffentlichung 1985 kletterte er in mehreren Ländern auf den ersten Platz der Charts und gewann darüber hinaus einen Grammy. Übrigens war auch das teilweise animierte Video damals bahnbrechend und gewann unter anderem die Kategorie Video of the Year bei den dritten MTV Video Music Awards. 

Aerosmith und Run-D.M.C. mit “Walk This Way”

Dass das Original bereits 1975 von Aerosmith veröffentlicht wurde, vergessen heutzutage die meisten. Bereits ein Jahr später gab es eine erneute Veröffentlichung, die es sogar in die Top 10 der USA schaffte.1989 wurde der Song schließlich von Run-D.M.C. und Aerosmith neu interpretiert und ist vermutlich die Version, die bis heute in unseren Köpfen herumschwirrt - was nicht zuletzt an seinem weltweiten Erfolg liegt. Auch das Video, in dem Aerosmith im Raum neben Run-D.M.C. spielen und im Verlauf sprichwörtlich die Wand durchbrechen, ist ein absoluter Klassiker. 

Beastie Boys und Kerry King mit “No Sleep Till Brooklyn”

Der Beastie Boys-Hit “No Sleep Till Brooklyn” von 1987 ist bis oben hin vollgestopft mit Referenzen an die damalige Rock- und Metalszene. Das fällt vor allem im passenden Musikvideo auf, das mit extravaganten Outfits, toupierten Haaren und jeder Menge headbangender Fans eine offensichtliche Parodie des Glam-Rock ist. Aber auch der Song selbst verzichtet natürlich nicht auf diesen Einfluss, weshalb Slayer-Gitarrist Kerry King höchstpersönlich die berühmten Riffs eingespielt hat - die übrigens auch wiederum eine Art Neuinterpretation des AC/DC-Klassikers "TNT" sind. Als wäre das nicht schon genug, ist der Titel auch noch an Motörheads “No Sleep ‘til Hammersmith” angelehnt. Und wurde selbst zum absoluten Klassiker!

Ozzy Osbourne und Lita Ford mit “Close My Eyes Forever”

Zur Zusammenarbeit von Ozzy Osbourne und der Glam Rockerin Lita Ford kam es durch Ozzys Frau Sharon: Sie war neben ihrem Mann auch für die Sängerin als Managerin tätig und hatte die einzigartige Idee, die beiden in einem Song zusammenzubringen. Ihren ersten Kontakt mit dem Fürst der Finsternis hatte Lita Ford aber schon viel früher, denn ihr erstes Konzert war mit jungen 13 Jahren tatsächlich ein Black Sabbath-Konzert. Damals hätte sie sich wahrscheinlich nicht erträumen können, einmal mit Ozzy Osbourne ein Duett zu singen, das auch noch auf Platz 8 der US-Single-Charts landen sollte. 

Rage Against the Machine und Maynard James Keenan (TOOL) mit “Know Your Enemy”

Die Crossover-Legenden von Rage Against the Machine sprengten mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum 1992 mit einer Mischung aus Rap, Metal und Funk nicht nur die Charts, sondern auch sämtliche Genre-Grenzen. Was nur wenige wissen: Tool-Frontmann Maynard James Keenan galt bei der Gründung von RATM als heißer Favorit für den Frontmann-Posten. Das Rennen machte bekanntlich zwar Zach de la Rocha, Maynard bekam dafür aber einen Gesangspart in dem Song “Know Your Enemy” und ist damit nicht nur der erste, sondern auch der einzige Gastsänger, der auf einer Studioaufnahme der Band zu hören ist.

Santana und Rob Thomas (Matchbox Twenty) mit “Smooth”

Rob Thomas wollte den Song ursprünglich nur für Latin-Rock-Legende Santana komponieren, aber nicht selbst singen. Dafür hatte er sein Vorbild George Michael im Sinn, aber das Plattenlabel schlug Thomas vor, den Song selbst aufzunehmen. Er willigte ein und imitierte den Gesangsstil seines Vorbildes ein wenig: “Wenn man auf die Melodie und den Rhythmus hört, ist es ein Versuch, seinen Stil auf so vielen Wegen nachzuahmen”, sagte er in einem Interview mit Billboard.
Der Erfolg der Zusammenarbeit zeigt, dass sie damit alles richtig gemacht haben: Drei Grammys, eine Auszeichnung als "Platte des Jahres", "Song des Jahres" und beste "Pop Kollaboration" mit Gesang sprechen für sich. 
"Smooth" führte ganze 12 Wochen lang die Billboard Hot 100 Charts an und war der erste Nummer-1-Hit von Carlos Santana. Zuvor kratze er mit "Black Magic Woman" aus dem Jahr 1973 an dem Chart-Treppchen.

Evanescence und Paul McCoy (12Stones) mit ”Bring Me to Life”

Zu einer der erfolgreichsten und bekanntesten Kollaborationen zählt definitiv “Bring Me To Life” von Evanescence und 12 Stones-Frontmann Paul McCoy aus dem Jahr 2003. Zu hören war der Song übrigens im Film "Daredevil", welcher im selben Jahr erschien und mit “My Immortal” gleich noch einen Evanescence-Track bereit hielt. Dies war zugleich der internationale Durchbruch der 1995 gegründeten Band und sprengte nicht nur weltweit die Charts, sondern heimste auch gleich noch ein paar Awards ein. Auch heute ist dieses Duett noch ein Hit, was die YouTube-Zahlen von über 750 Millionen Klicks beweisen.

Linkin Park und Jay-Z mit “Numb/Encore”

Linkin Park und Hip Hop-Legende Jay-Z drehen hier den Spieß um: Anstatt Gesang oder Gitarren zu einem Rapsong beizusteuern, rappt Jay-Z einfach zu dem existierenden Song “Numb”, remixt diesen mit seinem eigenen Song “Encore” und veröffentlicht ihn zusammen mit Linkin Park als “Numb/Encore”. Erschienen ist das Ganze im Jahr 2004, also bereits ein Jahr nach den Veröffentlichungen der ursprünglichen Songs, auf der EP “Collision Course”, welche verschiedene Versionen beinhaltet und offiziell von beiden Künstlern ist. 

Tenacious D, Meat Loaf und Dio mit “Kickapoo”

Wer Tenacious D kennt, der weiß wie sehr die beiden Mitglieder Jack Black und Kyle Gass den Metal-Giganten Ronnie James Dio vergöttern. Auf ihrem Debütalbum widmen sie ihm sogar einen Song, in dem sie ihn darum bitten, das Zepter des Metal an sie weiterzugeben. Das zweite Album “The Pick of Destiny” (und der gleichnamige Film) aus dem Jahr 2006 startet nicht mit einem Lied über, sondern mit Dio! Das Stück "Kickapoo", das man fast als Musical-Nummer bezeichnen könnte, erzählt die Geschichte des jungen Jack Black, der von seinem religiösen Vater (gespielt und gesungen von Meat Loaf!) auf sein Zimmer geschickt wird, wo er zu seinem Gott Dio betet.

Jack White und Alicia Keys mit “Another Way To Die”

“Another Way to Die” ist ein Bond-Song mit einigen Eigenarten. Zunächst sollte eigentlich Amy Winehouse den Song für den 2008 erschienenen Film “Ein Quantum Trost” beisteuern, was aufgrund von Zeitproblemen jedoch nicht klappte. Später entschied man sich dann für White Stripes-Frontmann Jack White im Duett mit Alicia Keys. Keys und White teilten sich dabei den Gesang, White übernahm desweiteren Gitarre, Bass und Drums. Das Drum-Set ließ er übrigens im Bond-Stil anfertigen, da damals auch über eine gemeinsame Tour nachgedacht wurde. Auch wenn diese Tour nie stattfand, spielt Jack heute in seiner Band “The Dead Weather” noch immer darauf.

Five Finger Death Punch und Rob Halford mit “Lift Me Up”

Als Five Finger Death Punch beim Schreiben von “Lift Me Up” feststellten, dass der Song etwas nach den alten Judas Priest-Tracks klan, kamen sie auf die Idee, Rob Halford anzufragen. Halford war und ist tatsächlich ein bekennender Fan der Band, doch sein Management lehnte die Zusammenarbeit zunächst ab, da Halford zu dieser Zeit selbst im Studio beschäftigt war. Trotzdem hörte er sich den Song an, war vom Fleck weg begeistert und rief die Band an: “I want to be a part of this”. 

The HU und From Ashes To New mit “Yuve Yuve Yu”

The HU aus der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar haben mit ihren traditionellen Instrumenten wie der Pferdekopfgeige, dem Untertongesang und klassischen Metal-Elementen einen ganz eigenen Stil entwickelt. Zusammen mit den hämmernden Bässen ergibt das ganze einen unglaublich treibenden und energetischen Sound. Nachdem der Song “Yuve Yuve Yu” bereits auf ihrem Album “The Gereg” erschienen war, holten sie sich für eine weitere Version die amerikanischen Nu-Metaller From Ashes To New dazu. 

Ozzy Osbourne & Elton John mit “Ordinary Man”

Eine weitere geniale Zusammenarbeit stellte der Fürst der Finsternis Anfang diesen Jahres mit keinem Geringeren als Elton John auf die Beine. Schon beim Komponieren erinnerte die mitreißende Ballade Ozzy an einen Song von Elton John. Als Osbourne ihn daraufhin bat, den Song mit ihm aufzunehmen, ließ sich der Rocketman nicht noch einmal bitten. Neben seinem Gesangspart in der zweiten Strophe, begleitet Elton John Ozzy auch am Klavier. Als würden die beiden Großmeister nicht schon reichen, sind auf dem Song auch noch Slash und Duff McKagan von Guns N' Roses sowie Chad Smith von den Red Hot Chili Peppers zu hören!