Textkunde

Bob Dylan mit "Like a Rolling Stone"

Titel: „Like A Rolling Stone“
Interpret: Bob Dylan
Verfasser: Bob Dylan
Erscheinungsjahr: 1965
Album: „Highway 61 Revisited“

Im zarten Alter von 24 Jahren schrieb Bob Dylan einen der einflussreichsten Rocksongs überhaupt: „Like A Rolling Stone“. 2004 wurde der Song (passenderweise) vom Rolling Stone Magazin zum besten Song aller Zeiten gewählt. Auf Platz zwei sind damals übrigens die Rolling Stones mit „(I Can’t Get No) Satisfaction“ gelandet. Bei so vielen rollenden Steinen muss es doch einen Zusammenhang geben. Den gibt es – und in dieser Textkunde werdet Ihr ihn erfahren!

Once upon a time you dressed so fine / Threw the bums a dime in your prim, didn’t you? / People call, say ‘Beware doll, you’re bound to fall’ / You thought they were all a-kiddin’ you

In Bob Dylans Song geht es um eine gut situierte Frau, die schicke Kleidung liebt, zur gehobenen Gesellschaft gehört und dann auf der Straße landet. Auch wenn sie vor einem möglichen Absturz gewarnt wurde, wollte sie nichts davon wissen und dachte, die Leute würden Witze machen. Schließlich lebt sie ohne Ausweg zwischen den "Herumtreibern", die sie einst so verachtete. 

How does it feel? / How does it feel? / To be on your own / With no direction home / A complete unknown / Like a rolling stone?

Die provokante Frage „How does it feel to be on your own, with no direction home?“ (“Wie fühlt es sich an, auf sich alleingestellt und ohne Zuhause zu sein?“) beschreibt den Absturz von „Miss Lonely“ und stellt den Kontrast zu ihrem früheren Lebensstil dar, der in den Strophen beschrieben wird.

Die namensgebende Zeile “Like a rolling stone” geht übrigens auf das englische Sprichwort „A rolling stone gathers no moss“ zurück, was frei übersetzt so etwas wie „Wer rastet, der rostet“ bedeutet (wörtlich: „Ein rollender Stein setzt kein Moos an“). In Bob Dylans Song passt bei dem Vergleich allerdings wohl eher die Bezeichnung „Landstreicher“, da es im Zusammenhang um das Leben auf der Straße geht. Aber auch in früheren Stücken der Blues- und Popmusik gibt es einige Titel, die mit dem Sprichwort in Verbindung stehen – darunter beispielsweise Muddy Waters‘ „Rollin‘ Stone“ aus dem Jahr 1950, nach dem sich später auch die Jungs um Mick Jagger und Keith Richards benannten. Der Name der Zeitschrift Rolling Stone Magazine geht wiederum direkt auf den Song von Bob Dylan zurück.

Aw, you’ve gone to the finest school all right, Miss Lonely / But ya know ya only used to get juiced in it / Nobody’s ever taught ya how to live out on the street / And now you’re gonna have get used to it

Wie im Grunde von jedem guten Rocksong gibt es auch von "Like a Rolling Stone" zahlreiche Coverversionen, darunter finden sich Künstler Green Day, Jimi Hendrix, Bob Marley und auch die Rolling Stones. Auch die Kölner Jungs von BAP haben den Song interpretiert, auf ihre ganz eigene Weise und natürlich auf kölsch.