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Textkunde

Rage Against the Machine mit "Guerilla Radio"

Rage Against the Machine
Rage Against the Machine

Korruption und Unrecht

Titel: "Guerilla Radio"
Interpret: Rage Against the Machine
Verfasser: Tim Commerford, Zack de la Rocha, Tom Morello, Brad Wilk
Erscheinungsjahr: 1999
Album: "The Battle of Los Angeles"

Als Pioniere des Crossover-Genres sorgten Rage Against The Machine ab den frühen 90er Jahren für mächtig Furore in der internationalen Musiklandschaft. Und auch heute noch spielt beinahe jeder muffige Indie-Schuppen zu später Stunde Songs wie "Killing In The Name", "Bombtrack" oder "Know Your Enemy".

Doch was verhalf RATM damals zu ihrem Erfolg? Natürlich war die gelungene Verbindung aus Rock, Punk, Metal, Funk und Rap-Elementen das Aushängeschild der Band. Sänger Zack de la Rocha und Gitarrist Tom Morello galten und gelten als Zierden ihrer Zünfte und prägten den einzigartigen Sound der Band nachhaltig. Doch Rage Against The Machine generierte vor allem zunehmend Bekanntheit durch ihre kritischen Texte über Gesellschaft, Politik sowie über die Gier und Rücksichtslosigkeit der Obrigkeit. So auch in der Single-Auskopplung namens "Guerilla Radio" aus dem 1999er Album "The Battle of Los Angeles".

 

Who stuff the banks Who staff the party ranks More for Gore or the son of a drug lord None of the above fuck it cut the cord

"Guerilla Radio" kritisiert - unter anderem - zeitgemäß die Kandidaten der US-amerikanische Präsidentschaftswahl, bei der sich ein Jahr später George W. Bush gegen seinen demokratischen Widersacher Al Gore durchsetzen konnte. Doch RATM ergreifen weder für den einen, noch für den anderen Kandidaten Partei, sondern interpretieren die Präsidentschaftswahl als überflüssige Machtdemonstration der großen Konzerne und Parteien. Die Textzeile “More for Gore or the son of a drug lord” bezieht sich auf eine CIA-Affäre während der Präsidentschaft von George Bush Senior. Während dieser Zeit hat die CIA gezielt Drogen in den Zentren und Brennpunkten amerikanischer Städte in Umlauf gebracht. 

Sound off Mumia guan be free Who gottem yo check the federal file

In 1982 wurde der US-amerikanische Journalist, Autor und Bürgerrechtler Mumia Abu-Jamal wegen des Mordes an einem Polizisten zum Tode verurteilt. Dieser Fall wurde schon immer kontrovers diskutiert, da manche Darstellungen widersprüchlich oder fragwürdig waren. Vor diesem Hintergrund vereinten sich verschiedene linke Bürgerrechts-Gruppierungen, Gegner der Todesstrafe und Künstler weltweit zu einer Befreiungsbewegung, um “Mumia” vor der Todesstrafe zu bewahren. Auch Rage Against The Machine gehören zu den Unterstützern des mittlerweile zur Symbolfigur mutierten Journalisten. Je länger Mumia inhaftiert war, desto mehr Widersprüche und Berichte kamen ans Licht, die das Gerichtsurteil bröckeln ließen. Hinter der Inhaftierung wurde eine Verschwörung vermutet, auf die RATM mit der Textzeile “check the federal file” hinweisen. Im März 2008 wurde das Todesurteil gegen Mumia aufgehoben und in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. 

It has to start somewhere It has to start sometime What better place than here? What better time than now?

Gegen diese Ungerechtigkeiten - die korrupte Politik und das verdrehte Rechtssystem - lehnen sich Rage Against The Machine nicht nur mit ihrem Song "Guerilla Radio" auf. Der Aufruf, sich gegen Ungerechtigkeit, Korruption und Benachteiligung von Minderheiten zu stellen, findet sich in beinahe jedem RATM-Song. Auch durch diese klare politische Positionierung, die immer noch brandaktuell ist, sind Rage Against The Machine zu einer der wichtigsten Rockbands der jüngeren Geschichte geworden.